Infos von A-Z

Hier findest du Informationen zu verschiedenen Stichwörtern. Die Liste ist sicherlich noch nicht vollständig. Wenn du einen Vorschlag für einen weiteren Stichpunkt machen möchtest, du Fragen zu den einzelnen Themen hast oder mit manchen Dingen überhaupt nicht einverstanden bist, dann melde dich bitte bei uns.

 

Abschied

Abschied gehört zum Leben dazu. Wir nehmen in den verschiedensten Situationen von etwas oder von jemand Abschied. Zu den schwierigsten Situationen gehört es, wenn man sich von einem Menschen, der gestorben ist, verabschieden muss. Keiner kann einem sagen, wie man das am besten macht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber wir möchten dir gerne ein paar Dinge sagen, die für dich hilfreich sein könnten.

Erwachsene denken oft, dass es für Kinder und Jugendliche nicht gut ist, wenn sie den Toten nochmals sehen. Sie glauben, dass es sie zu sehr belasten könnte, oder sie wollen, dass man den Verstorbenen so in Erinnerung behält wie er lebend war. Wir glauben, dass die Erwachsenen die Entscheidung dir überlassen sollten. Wenn du den Verstorbenen nochmals sehen willst, dann solltest du das auch tun dürfen.

Es ist gut, wenn dich jemand begleitet, dem du vertraust. Abschiedsrituale können sehr tröstend sein. So kannst du vielleicht ein Bild oder ein Gedicht in den Sarg legen oder einen Gegenstand, der für dich eine Bedeutung hat. Manchen Menschen ist es auch wichtig, den Toten nochmals zu berühren. Hinterher können sie sich meist gut daran erinnern, wie sich das angefühlt hat und sind froh, dass sie es getan haben. Andere stehen nur am Sarg und schweigen. Es ist auch völlig okay, wenn du erst glaubst, dass du den Verstorbenen nochmals sehen möchtest und dich dann doch dagegen entscheidest. Es gibt in solchen Situationen kein falsch oder richtig. Richtig ist das, wonach du dich fühlst.

Manchmal hat man auch die Chance, sich noch vor dem Tod zu verabschieden. Das ist häufig der Fall, wenn Menschen an Krebs oder anderen schweren Krankheiten sterben. Anders als bei einem plötzlichen Tod bleibt den Familien noch etwas Zeit, um sich auf das Sterben vorzubereiten. Erwachsene glauben oft, dass es für die Kinder nicht gut ist, den sterbenden Angehörigen nochmals zu sehen. Sie haben Angst, dass es zu belastend sein könnte, wenn Kinder ihre Mutter oder ihren Vater z.B. im Krankenhaus sehen, angeschlossen an Schläuche und Apparate. Oft haben auch die Ärzte und Schwestern Bedenken und teilen den Familien mit, dass lieber nur die erwachsenen Angehörigen Abschied nehmen sollen.

Wir glauben jedoch, dass es auch für Kinder und Jugendliche sehr wichtig ist, Abschied nehmen zu dürfen. Du solltest selbst entscheiden dürfen - vielleicht gibt es ja noch Dinge, die du unbedingt sagen willst. Oder du willst noch eine Weile neben dem Bett stehen und den geliebten Menschen anschauen oder berühren. Wir wissen aus vielen Erzählungen, dass diejenigen, die sich verabschieden durften, sehr dankbar für diese Möglichkeit waren.

 

Angst

Vielleicht kennst du das auch: Du hast seit dem Tod des geliebten Menschen plötzlich Angst vor Dingen und Situationen, vor denen du dich vorher nicht gefürchtet hast. Angst vor Dunkelheit, Angst vor dem Einschlafen, Angst vor dem Alleinsein oder auch unter vielen Menschen – dies geht vielen Menschen so, die einen nahen Angehörigen verloren haben. Auch die Angst, ein weiteres Familienmitglied zu verlieren, Angst vor dem eigenen Sterben oder Angst, den Schmerz nicht aushalten zu können, kann vorkommen.

Angst zeigt sich oft körperlich, zum Beispiel durch starkes Herzklopfen oder Übelkeit. Angst ist eine ganz normale Reaktion auf eine Situation, in der man sich bedroht fühlt. Es ist wichtig, sich in Situationen, in denen man sich besonders ängstigt, Hilfe zu holen. Niemand muss Angst einfach so aushalten. Oft hilft es, darüber zu reden, mit einer Freundin, einem Freund, hier auf www.young-wings.de. Auch die Dinge, von denen du vielleicht denkst, du wärst schon längst zu alt dafür, können hilfreich sein, zum Beispiel das Kuscheltier mit ins Bett nehmen oder das Licht anlassen. Gut ist alles, womit du dich sicher fühlst und was dir hilft.

 

Beerdigung

Zur Beerdigung kommen alle Verwandten, Freunde und viele andere Menschen, die den Verstorbenen kannten, um sich von ihm zu verabschieden. Sie möchten damit zum Ausdruck bringen, wie sehr sie ihn mochten und wie sehr er ihnen fehlen wird. Gleichzeitig wollen viele Menschen auch den Angehörigen damit zeigen, dass sie an ihrer Trauer um den geliebten Menschen Anteil nehmen.

Wenn du zur Beerdigung mitgehen möchtest, dann sollten die Erwachsenen dir erklären, wie sie ungefähr ablaufen wird. Wird der Tote verbrannt oder wird sein Sarg in die Erde gelassen? Wer wird alles da sein? Musst du damit rechnen, dass Bekannte und Freunde auf dich zukommen und mit dir reden möchten oder dir die Hand schütteln? Diese Dinge solltest du vorher wissen, damit du dich ein wenig darauf einstellen kannst.

Meist geht die Familie nach der Beerdigung noch zusammen in ein Restaurant. Zunächst könnte man denken, dass das irgendwie nicht zusammen passt, erst eine traurige Beerdigung und dann Essen. Die meisten Menschen aber empfinden es als Trost, noch mit denjenigen zusammen zu sein, die den Verstorbenen kannten. Wenn du dich nach der Beerdigung lieber zurückziehen und allein sein willst, dann ist das auch völlig in Ordnung. Das sollten auch Verwandte und Bekannte akzeptieren.

 

 

Depression

Oft hört man „ich bin so depressiv heute“. Doch was meint man eigentlich damit? Die meisten Menschen wollen damit ausdrücken, dass sie sich irgendwie schlecht fühlen, dass sie sehr traurig sind und dass sie zu nichts Lust haben. Diese Stimmung kennt fast jeder, die meisten haben einen solchen Tag schon mal erlebt. Menschen, die einen lieben Menschen verloren haben, fühlen sich meist sehr oft und lange Zeit so. Doch dies ist noch keine Depression, sondern eine normale Reaktion auf etwas sehr Trauriges.

Die wirkliche Depression ist eine Krankheit, die behandelt werden sollte. Von einer Depression spricht man erst, wenn viele Symptome zusammenkommen und diese mindestens über mehrere Wochen lang anhalten. Oft sind die Symptome dabei so stark, dass es nicht möglich ist, den Alltag zu bewältigen. Zu den Symptomen gehören vermindertes Interesse an fast allen Aktivitäten, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme, Schlaflosigkeit oder vermehrter Schlaf, verminderte Fähigkeit sich zu konzentrieren, ständige Müdigkeit und wiederkehrende Gedanken an den Tod. Wenn du noch mehr dazu wissen willst, dann kannst Du unter www.depressionsnetz.de nachschauen.

 

Jugendliche

Wir brauchen dir an dieser Stelle ja nicht erklären, was es heißt jugendlich zu sein! Du weißt es selbst am besten: Streitereien mit Mutter oder Vater, sich verlieben, den ganzen Tag mit den Freunden rumhängen, Veränderungen im Körper …

Ein Thema möchten wir trotzdem ansprechen: Die Zeit als Jugendlicher ist eine Zeit, in der man anfängt seine eigenen Wege zu gehen. Wahrscheinlich bist du viel lieber mit deiner Clique unterwegs als zu Hause zu sein. Viele Jugendliche haben uns erzählt, dass sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie auf eine Party gehen möchten, weil sie das Gefühl haben, dass es der Familie lieber wäre, sie würden zu Hause bleiben.

Es ist wichtig zu wissen, dass es Eltern meist sowieso schwerfällt, wenn Kinder älter werden und sie nicht mehr so sehr gebraucht werden wie früher. Wenn ein Elternteil stirbt, dann ist es für den zurückbleibenden Elternteil sicherlich noch schwieriger. Eltern sollten trotzdem Verständnis dafür haben, dass du deine eigenen Wege gehen willst, vielleicht auch weil du die traurige Situation zu Hause nicht immer aushalten kannst. Es ist gut und richtig, immer mehr seine eigenen Wege zu gehen. Vielleicht könnt ihr zusammen einen Kompromiss finden, mit dem es beiden Seiten besser geht. Etwa einen Tag in der Woche zu planen, den ihr zusammen verbringen könnt.

Manche Jugendliche haben auch ein schlechtes Gewissen, auf eine Party zu gehen, weil dann andere denken könnten, dass sie nicht genug um den Verstorbenen trauern. Wir glauben, dass es gut und richtig ist, sich schöne Momente zu erlauben. Und wir finden es auch wichtig, dass du weiterhin Dinge tust, die dir früher Spaß gemacht haben. Traurig zu sein und dennoch auch die schönen Seiten des Lebens zu genießen – das schließt sich nicht aus!

 

Krise

Die Übersetzung des griechischen Worts für Krise bedeutet „Entscheidung“. Im chinesischen Wort stecken die Bedeutungen „Chance“ und „Gefahr“. Eine Krise ist demnach also eine entscheidende Situation, in der sowohl Chancen als auch Gefahren liegen. Chancen, sich weiterzuentwickeln und die Gefahr, in der Krise gefangen zu bleiben. Charakteristisch für diese Situationen ist es, dass die Versuche, sie zu meistern scheitern, weil die Situation neu und sehr belastend ist.

Eine Krise ist etwas ganz normales, jeder hat manchmal eine kleine oder größere Krise und sieht erstmal keinen Ausweg. Manche Krisen kommen in einem bestimmten Alter, z.B. als Jugendlicher, wenn man immer mehr von seinen Eltern unabhängig wird oder als Eltern, wenn die Kinder ausziehen. Andere Krisen kommen durch eine bestimmte belastende Situation, z.B. den plötzlichen Tod eines Elternteils.

Oft hilft es, mit vertrauten Menschen zu sprechen oder sich Ratschläge von anderen Jugendlichen zu holen, die die gleiche Erfahrung gemacht haben. Manchmal ist es aber auch gut, sich zurückzuziehen und neue Kräfte zu sammeln, um die Situation anzugehen.

 

Lachen

Vielleicht hast du manchmal ein schlechtes Gewissen, weil du mit deinen Freunden und Freundinnen lachst und fröhlich bist. Oder dir sagt jemand, das sei jetzt nicht passend. Wer so denkt, der hat sich wahrscheinlich nicht so richtig Gedanken gemacht. Wir wollen dich gerne ermuntern, es immer dann zu tun, wenn du Lust dazu hast. Lachen ist wichtig und nur, weil du lachst, heißt das nicht, dass du nicht um den geliebten Menschen trauerst. Man kann in einem Moment sehr traurig sein, im anderen sehr lustig, beides gehört zusammen. Es kann auch sehr schön und tröstend sein, mit Menschen zu lachen, die den Verstorbenen kannten, und sich gemeinsam an lustige Situationen zu erinnern.

 

Liebe

Liebe ist schön und aufregend und manchmal traurig und blöd. Jedenfalls gehört sie zu den wichtigsten und tollsten Dingen im Leben. Zum Thema Liebe würde uns ja sooo viel einfallen. Ganz besonders wichtig ist uns aber eine Sache: Vielleicht fragst du dich manchmal ob es „normal“ ist, dass du dich nach dem Tod des geliebten Menschen verliebt hast. Ja! Und es ist schön, wenn es dir passiert ist! Wir wissen, dass manche Menschen ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie nach dem Tod eines geliebten Menschen wieder intensive Gefühle für andere empfinden. Aber es schließt sich nicht gegenseitig aus, einerseits sehr traurig über den Tod eines Menschen zu sein und sich andererseits ganz doll zu verlieben. Die eine Liebe hat auch nichts mit der anderen zu tun. Nur weil du dich verliebt hast, wird ja die andere Liebe nicht weniger!

 

Neid

Mit Neid verbinden die meisten Menschen etwas sehr Negatives. Man darf nicht neidisch sein, weil das bedeutet, dass man dem anderen etwas nicht gönnt. Wir denken, dass Neid etwas sehr normales ist und dass jeder Mensch dieses Gefühl gut kennt. Auf etwas neidisch sein heißt, traurig, ärgerlich oder sauer zu sein, dass man es selbst nicht hat. Man kann auf Geld, Besitz, Freunde, Aussehen oder vieles mehr neidisch sein. Vielleicht bist du manchmal neidisch auf Gleichaltrige, die mit beiden Elternteilen aufwachsen oder nicht so früh einen geliebten Menschen verloren haben. Du fühlst dich vielleicht ungerecht behandelt. Wir finden dieses Gefühl sehr nachvollziehbar und würden gerne wissen, ob du schon Wege gefunden hast, damit umzugehen?

 

Normal

Vielleicht bist du manchmal verunsichert, ob das alles „normal“ ist, was du so empfindest. Oder du denkst darüber nach, ob du nicht „normal“ bist, weil du auch nach mehreren Monaten nach dem Tod noch sehr traurig bist. Vielleicht hat das damit zu tun, dass Freunde und Bekannte dir vermitteln, dass es nun aber wieder so langsam Zeit wird, in den Alltag zurück zu kehren. Diese Menschen können sich vielleicht nur ganz schlecht vorstellen, wie es in dir wirklich aussieht, auch wenn sie sich darum bemühen. Wir finden, du brauchst dich nicht so verhalten als wäre alles wieder ganz „normal“, wenn du es nicht so fühlst. Natürlich ist in deinem Leben etwas anders als bei deinen Freunden, die nicht um einen geliebten Menschen trauern, aber „anders“ ist ja nicht gleichbedeutend mit „unnormal“.

 

Oma & Opa

Wenn deine Oma und dein Opa noch leben, so können sie dir vielleicht in dieser schwierigen Zeit helfen. Wenn es die Eltern deines verstorbenen Vaters oder deiner verstorbenen Mutter sind, dann sind auch sie wahrscheinlich unendlich traurig. Sie sind aber diejenigen, die dir noch viel über deinen Vater oder deine Mutter erzählen können. Wie er oder sie als Kind war, was er oder sie als Jugendlicher angestellt hat. Vielleicht auch Dinge, von denen du bisher noch nichts wusstest. Es kann schön sein, solche Geschichten zu hören und gemeinsam Erinnerungen auszutauschen.

Vielleicht sind deine Großeltern auch bereit, dir Fotos von früher zu geben, die du dann in ein Album kleben und immer anschauen kannst, wenn dir danach ist. Sicherlich musst du auch damit rechnen, dass deine Großeltern es nicht aushalten, sich so intensiv mit ihrem verstorbenen Sohn oder ihrer verstorbenen Tochter zu beschäftigen, weil sie selbst so stark trauern. Vielleicht könnt ihr dann eine Lösung finden, die für alle okay ist.

 

Optimismus

Ein Optimist ist ein Mensch, der versucht, das Leben meistens von der guten Seite zu sehen. Einen Menschen, der eine negative Einstellung zum Leben hat, nennt man Pessimist. Natürlich fällt es zunächst schwer, in einer solch traurigen Situation optimistisch zu sein. Dennoch möchten wir dich ermuntern, trotz deiner Trauer auch die schönen Dinge im Leben wahrzunehmen. Das können ganz kleine Dinge sein, die dir vielleicht erst mal gar nicht auffallen – wie dein Lieblingslied, das im Radio läuft oder ein Freund, der dich angelächelt hat. Es kann helfen, sich ganz bewusst diese Dinge in Erinnerung zu rufen – erscheinen sie dir auch in dem Moment noch so unbedeutend. Vielleicht geben sie dir ein wenig Mut und Kraft für die Momente, in denen du wieder sehr traurig bist.

 

Orientierung

Vielleicht kommt es dir im Moment so vor, als hättest du die Orientierung verloren und als würdest du ohne Ziel und Richtung durchs Leben gehen. Das geht vielen Jugendlichen so, und besonders nach dem Tod eines geliebten Menschen ist das auch sehr verständlich. Schließlich ist für dich wahrscheinlich erst mal dein Leben durcheinander geraten. Nimm dir Zeit, herauszufinden, was dir wieder Orientierung geben kann. Oft hilft dabei ein Gespräch mit jemandem, dem du vertraust. Manche Schulen und Freizeitstätten bieten auch Projekte zu genau diesem Thema an.

 

Schuld

Auch Schuldgefühle gehören zur Trauer. Fast jeder empfindet sie. So beschäftigen sich viele damit, ob sie nicht etwas hätten tun können, um den Tod zu verhindern. Manche Jugendliche haben ein schlechtes Gewissen, weil sie sich vielleicht kurz vor dessen Tod mit dem geliebten Mensch gestritten haben. Jeder weiß, dass Streit etwas ganz Normales ist und dass natürlich der Streit nichts mit dem späteren Tod zu tun hat. Aber weil die Gefühle sowieso so durcheinander sind, tauchen solche Gedanken auf. Sie sollten aber wieder nachlassen, weil es sich mit Schuldgefühlen auf Dauer nicht gut lebt. Auf YoungWings kannst du mit anderen darüber sprechen, wie sie mit diesem Gefühl umgehen. Oder du versuchst, gemeinsam mit einem Berater herauszufinden, was dir im Umgang mit deinen Schuldgefühlen helfen könnte.


Schule

Vielen Kindern und Jugendlichen passiert es, dass sie nach dem Tod des geliebten Menschen Schwierigkeiten in der Schule bekommen. Sie können sich nicht mehr so gut konzentrieren oder sind lustlos, vergessen ihre Hausaufgaben oder hängen in den Schulstunden ihren Gedanken nach. Viele Lehrer haben Verständnis, wenn sie wissen, was passiert ist. Es ist sicherlich eine gute Idee, dem Klassenlehrer oder einem anderen Lehrer, zu dem du Vertrauen hast, zu erzählen, was passiert ist. Denn dann kann er Rücksicht nehmen.

Leider machen viele die Erfahrung, dass das Rücksichtnehmen nicht so lange anhält. Der Schulalltag geht weiter, aber die Trauer hört nicht einfach nach ein paar Monaten auf. Lehrer können sich oft nicht vorstellen, dass auch nach Monaten der Schmerz an manchen Tagen so groß ist, dass man einfach nicht in der Lage ist, seine Hausaufgaben zu machen. Oder dass Unlust auch etwas mit der Trauer zu tun haben kann. Wir wissen, dass es verdammt schwer ist, immer wieder seine Situation zu erklären. Dennoch möchten wir dich bestärken, es in der Schule zu tun. Vielleicht gibt es eine Freundin oder einen Freund, der dir beim Gespräch beistehen kann oder einen Lehrer, dem du vertraust.

Viele möchten am liebsten gar nicht mehr in die Schule gehen. Wir finden, dass es völlig okay ist, ein paar Tage nicht am Unterricht teil zu nehmen. Das steht jedem zu, dem etwas so Trauriges passiert ist. Doch wir möchten dich auch ermutigen, möglichst bald wieder in die Schule zu gehen. Wenn man sowieso total durcheinander ist, ist es oft hilfreich, Dinge bei zu behalten, die man sonst im Alltag auch tut. Und dazu gehört eben auch Schule! Außerdem kann es sehr schön sein, seine Freunde und Klassenkameraden zu treffen.

Einige Jugendliche haben uns erzählt, dass sie Angst davor hatten, wie wohl die Reaktion der Freunde und Klassenkameraden sein würde. Die Reaktionen können sehr unterschiedlich sein. Vielleicht ist es eine Hilfe für dich, wenn du dich ein wenig darauf einstellen kannst, dass einige deiner Freunde vielleicht Dinge sagen, mit denen du nichts anfangen kannst. Oder dass sie gar nichts sagen, weil sie einfach nicht wissen, was. Viele machen aber auch positive Erfahrungen und erfahren Unterstützung von Klassenkameraden, die sie vorher gar nicht so gerne mochten.

 

Suizidgedanken

Von Gedanken an den eigenen Tod berichten uns viele Jugendliche. Manche stecken in einer tiefen Krise, aus der sie momentan keinen Ausweg sehen. Manche sind wegen des Todes eines geliebten Menschen so traurig, dass ihnen ihr eigenes Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Wenn andere von solchen Gedanken hören, dann sind sie meist sehr erschrocken, machen sich Sorgen und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Viele Jugendliche ziehen sich dann zurück, sprechen nicht mehr darüber und versuchen, allein damit klar zu kommen.

Mit diesem Thema solltest du aber auf keinen Fall allein bleiben! Auf www.youngwings.de findest du jederzeit ein offenes Ohr! Niemand verurteilt dich hier für deine Gedanken – ganz im Gegenteil: Wir wissen, wie wichtig es ist, darüber sprechen zu dürfen. Wichtig ist aber auch, dass du weißt, dass die Möglichkeiten in einer Online-Beratung begrenzt sind. Wir können dich nur beraten, wenn du uns versprechen kannst, dir nichts anzutun. Erklärst du dich mit dieser Vereinbarung nicht einverstanden, beenden wir unsere Beratung und vermitteln dich an spezialisierte Anlaufstellen weiter. Im Internet findest du unter www.u25-freiburg.de, www.neuhland.de und www.youth-life-line.de mehr Infos zu diesem Thema.

 

Therapie

Wenn man von Therapie spricht, dann ist damit meist eine Psychotherapie gemeint. Der Begriff Psychotherapie bedeutet „Behandlung der Seele“. Psychotherapien dürfen nur von bestimmten Fachleuten durchgeführt werden. Für Kinder und Jugendliche sind die sogenannten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zuständig. Sie haben nach ihrem Studium der Medizin, Psychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik eine zusätzliche Ausbildung absolviert, die sie dazu befähigt, Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre zu behandeln. Sie haben, ähnlich wie ein Arzt, eine eigene Praxis, in der die Therapiestunden stattfinden. Im Gegensatz zu einer Arztpraxis sind die Räume von Therapeuten aber meistens sehr gemütlich eingerichtet und mit Büchern, Spielen und Bastel- und Werkmaterialien ausgestattet.

Deine Krankenkasse bezahlt die Therapiestunden, sofern der Therapeut eine sog. Kassenzulassung hat. Die Krankenkassen bezahlen derzeit nur folgende Therapierichtungen: Psychoanalytische bzw. tiefenpsychologisch fundierte Therapie und Verhaltenstherapie. Adressen von Therapeuten findest du im Telefonbuch unter „Psychotherapie bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ oder im Internet unter www.psychotherapiesuche.de.

Es gibt außerdem eine Koordinationsstelle für Psychotherapie, die dir anhand deiner Postleitzahl und der Angabe deiner Straße freie Plätze bei Therapeuten in deiner Umgebung nennen kann. Sie ist telefonisch unter 0180-5809680 oder unter www.kvb.de zu erreichen. Auch Hausärzte verfügen manchmal über Adressen von Therapeuten. Du kannst zudem deine Krankenkasse anrufen und sie bitten, dir Adressen in deiner Nähe zu nennen.

Die meisten Therapeuten haben längere Wartezeiten, es kann also passieren, dass du ein wenig warten musst, bis du den ersten Termin vereinbaren kannst. Generell hast du das Recht, fünf Termine in Anspruch zu nehmen, bevor du dich entscheidest, ob du die Therapie tatsächlich machen möchtest. Neben der fachlichen Qualifikation ist natürlich entscheidend, ob dir der Therapeut sympathisch ist und ob du dir eine Zusammenarbeit vorstellen kannst. Manchmal sind die ersten Stunden noch ein bisschen unangenehm, weil man sich noch nicht kennt. Es lohnt sich aber, diese Stunden durchzuhalten, bis du Vertrauen gefasst hast.

Vielleicht denkst du, dass du Schwäche zeigst, weil du dich für eine Therapie entscheidest oder es ist dir irgendwie peinlich. Das ist es nicht! Ganz im Gegenteil: es ist sehr mutig, sich für diesen Schritt zu entscheiden. Du hast das Recht, dir Hilfe zu holen und zwar genau die Hilfe, die für dich passend ist.

Eine Therapie kann sehr hilfreich sein, wenn es dir wegen des Todes des geliebten Menschen so schlecht geht, dass du das Gefühl hast, dass du deine Probleme, Ängste und Sorgen einfach nicht allein bewältigen kannst. Oder wenn du das Gefühl hast, dass die Menschen um dich herum, die dich zwar unterstützen und sich bemühen, dir nicht so helfen können, wie du es eigentlich bräuchtest.

 

Trauer

Wenn wir hören, dass jemand „trauert“, so denken wir meist daran, dass dieser Mensch wahrscheinlich eine Person verloren hat, die ihm sehr wichtig war oder die er sehr geliebt hat. Trauer kann man aber auch empfinden wenn das Haustier stirbt oder man großen Liebeskummer hat. Wenn man „Trauer“ mit einem Satz erklären will, so könnte man das so sagen: „Unter Trauer versteht man die Reaktion auf einen Verlust.“

Doch Trauer ist natürlich viel mehr als das, was man in einem Satz erklären könnte. Trauer hat viele verschiedene Ausdrucksformen. Gefühle wie Schmerz, Traurigkeit, Sehnsucht, Angst, Wut können genauso dazu gehören wie Bauchweh, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Manche Menschen haben das Gefühl, dass sie nur noch „funktionieren“, ziehen sich zurück und weinen sehr viel. Andere werden aktiv, um sich abzulenken. Jeder Mensch trauert anders und niemand hat das Recht zu bestimmen, was richtig oder falsch ist oder wie lange Trauer anhalten darf. Trauer gehört zum Leben dazu. Wir glauben, dass sie eine ganz natürliche und normale Antwort auf einen Abschied oder eine Trennung ist und dass sie notwendig ist.

 

Trauerphasen- und aufgaben

dieses Stichwort wird gerade überarbeitet.

 

Trauma

Jeder Mensch kann plötzlich und unerwartet in eine Situation geraten, die so belastend und bedrohlich ist, dass man sich hilflos und ohnmächtig fühlt. Das Leben scheint stehen zu bleiben, und alles, was einem sonst in schwierigen Situationen geholfen hat, versagt. Solch eine Situation nennt man Trauma oder auch Psychotrauma. Der Tod eines geliebten Menschen kann ein solches traumatisches Erlebnis sein und Reaktionen auslösen, die in der Fachsprache mit Trauma-Folge-Störung oder auch Posttraumatische Belastungsstörung bezeichnet werden.

Die Symptome können direkt nach dem schlimmen Erlebnis auftauchen, aber auch erst Monate oder Jahre danach. Zu den Beschwerden gehören sich aufdrängende Erinnerungen (z.B. Bilder, die immer wieder auftauchen und gegen die man sich nicht wehren kann), Erinnerungslücken, Albträume, Ängste, die man vorher nicht hatte, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, andauernde Müdigkeit oder „aufgedreht sein“, innere Unruhe, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und körperliche Beschwerden wie ständige Kopf- oder Bauchschmerzen. Manchmal verhindert auch eine andauernde innerliche Beschäftigung mit dem Verlust (wie „Warum ist mir das passiert?“), dass man sich auf das alltägliche Leben einlassen kann.

Einige Dinge, die wir hier aufgezählt haben, kommen dir vielleicht bekannt vor, weil sie auch ganz normale Zeichen der Trauer sein können. Die Unterscheidung ist nicht immer ganz leicht. Wenn sich mehrere der genannten Beschwerden über längere Zeit halten, dann ist es deshalb wichtig, mit jemandem zu sprechen, der sich damit auskennt.

Auf keinen Fall solltest du damit allein bleiben! Es gibt gute Möglichkeiten, die dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten und wieder unbeschwerter durchs Leben gehen zu können. Hierzu gehören Gespräche mit Therapeuten, Psychologen oder anderen Fachleuten, die sich in diesem Bereich auskennen. Wir helfen dir gerne dabei, eine entsprechende Anlaufstelle in deiner Nähe zu suchen.

 

Tränen

Menschen weinen, wenn sie traurig sind oder auch weil sie wütend sind oder sie sich über etwas ärgern. Manchmal weinen wir auch, weil wir besonders glücklich sind. Tränen sind immer ein Zeichen dafür, dass die Gefühle so stark sind, dass sie „irgendwo hin müssen“. Wenn man sich das Weinen lange Zeit nicht erlaubt, es aber eigentlich gerne tun möchte, dann kann es passieren, dass es einen irgendwann richtig gehend überkommt und man nicht mehr damit aufhören kann. Weinen kann sehr befreiend sein. Aber niemand darf von dir erwarten, dass du weinen „musst“. Nur du allein bestimmst, ob überhaupt und wenn ja, wann und wo du weinst.

 

 

Verrückt sein

Viele Trauernde haben nach dem Tod eines lieben Menschen Angst „verrückt“ zu werden. Dies kommt meist daher, dass das Leben total durcheinander gerät und man oft nicht weiß, wie man den Schmerz und all die verwirrenden Gefühle aushalten soll. Diese verwirrenden Gefühle, das totale Chaos im Kopf und die Unfähigkeit, die vielen Gedanken zu ordnen, sind total normal. Der Mensch ist zwar mit der Fähigkeit ausgestattet, mit schwierigen Situationen und Schmerz umzugehen, aber er braucht eine gewisse Zeit dazu.

Wenn man das Wort „verrückt“ mal ausgiebig betrachtet, dann sieht man, dass es eigentlich zwei Bedeutungen haben kann. Die meisten meinen „irr“, „durchgedreht“ oder so ähnlich, wenn sie davon sprechen, dass jemand verrückt ist. Wenn etwas ver-rückt ist, dann kann das aber auch heißen, dass etwas anders gestellt oder an einen anderen Platz geräumt wurde. Wenn ein Mensch, den man sehr geliebt hat, stirbt, dann ist plötzlich alles anders, ver-rückt eben und daran muss man sich erst mal gewöhnen.

 

Wahrheit

Du hast ein Recht darauf, zu erfahren, wie der geliebte Mensch gestorben ist. Erwachsene tun sich manchmal sehr schwer damit, Kindern Fragen nach den Umständen des Todes zu beantworten. Sie machen sich Sorgen, sie damit zu sehr zu belasten oder es fällt ihnen selbst sehr schwer, darüber zu reden. Doch du solltest alle Fragen stellen dürfen und auch eine ehrliche Antwort darauf bekommen. Wir glauben, dass du am besten weißt, was du alles wissen willst. Manchen reicht es am Anfang zu wissen, dass der geliebte Mensch bei einem Verkehrsunfall getötet wurde und wollen erst nach und nach wissen, wie und wo genau dieser Unfall passiert ist. Anderen ist es ein Bedürfnis, sofort alles zu erfahren.

 

Warum


Es ist absolut verständlich, dass du dich fragst, warum ausgerechnet dir das passieren musste, warum ausgerechnet du einen geliebten Menschen verlieren musst. Oder was der Sinn dahinter sein soll. Es ist in Ordnung, wenn du dich immer wieder damit beschäftigst. Die meisten tun das gerade in der ersten Zeit nach dem Tod sehr oft. Das Schwierigste daran ist wahrscheinlich, es zu akzeptieren, wenn man einfach keine Antwort finden kann. Fragen, die sich mit Leben und Tod beschäftigen, sind die schwierigsten der Welt… Vielleicht findest du hier im Austausch mit anderen Usern Antworten.

 

Wut

Trauer und Wut? Wie soll denn das zusammen passen, werden sich sicher viele fragen. Vielleicht hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass Leute sich wundern, wenn du wütend bist. Wahrscheinlich glauben sie, dass Trauer nur etwas mit Traurigkeit zu tun hat. Aber das stimmt nicht. Trauer kann viele unterschiedliche Gefühle auslösen, unter anderem eben auch Wut. Es ist etwas ganz Normales und du hast auch das Recht, deine Wut auszuleben.

Wut kann sich auf viele verschiedene Bereiche beziehen: Wut auf den Arzt, Wut auf das Krankenhaus, Wut auf Gott, Wut auf Freunde. Viele verspüren auch Wut auf den Verstorbenen, der gegangen ist und sie allein zurück gelassen hat. Gerade diese Wut kann sehr erschreckend sein. Unser Verstand sagt uns, dass derjenige, der gestorben ist, ja gar nichts dafür kann, man also gar nicht wütend auf ihn sein darf. DOCH, du darfst wütend sein. Es kann ein Zeichen dafür sein, dass du dich in diesem Moment allein fühlst, dass du gerade total durcheinander bist und dass du vielleicht jemanden brauchst, der dich in diesem Moment unterstützt.

Es ist okay, auch mal wütend auf sich selbst zu sein oder sich einfach mal aggressiv zu fühlen, ohne dass man genau einordnen kann, warum. Das haben Gefühle so an sich: Sie sind nicht immer kontrollierbar und das ist auch gut so. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Vielen hilft es, wenn sie über ihre Wut sprechen oder sich ganz aktiv bewegen, auf ein Kissen einschlagen oder laute Musik hören. Vielleicht hilft es dir, dich mit anderen darüber auszutauschen, welche Strategie sie für solche Momente gefunden haben.

 

 

Zeit

Bestimmt wünschst du dir manchmal, dass jemand dir sagt: „Es dauert so und so lange bis es dir wieder besser geht“. Doch das geht leider nicht. Niemand kann sagen, wie lange es dauert, bis du nicht mehr so sehr traurig bist. Vielleicht hörst du manchmal den Satz „Zeit heilt alle Wunden“. Diese Aussage wird deinem Schmerz natürlich nicht gerecht! Dennoch wollen wir dir Mut machen, dass sicherlich wieder eine Zeit kommt, in der es dir besser geht, in der der Schmerz weniger wird. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Schmerz kann helfen, ihn besser zu verarbeiten. Einen ersten wichtigen Schritt hast du vielleicht schon gemacht, indem du dich hier angemeldet hast

Hier findest du Informationen zu verschiedenen Stichwörtern. Die Liste ist sicherlich noch nicht vollständig. Wenn du einen Vorschlag für einen weiteren Stichpunkt machen möchtest, du Fragen zu den einzelnen Themen hast oder mit manchen Dingen überhaupt nicht einverstanden bist, dann melde dich bitte bei uns.