Ein geliebter Mensch ist gestorben - Archiv  Foruminformationen

Beratungsstelle: YoungWings

 Das Thema wurde von Paul am 20.12.2012, um 16.31 Uhr archiviert.
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neutral Mamismausi
User
am 19.5.2012,
um 22.37 Uhr
Hallo ihr Lieben,
ich bin 17 Jahre alt und habe mich heute hier angemeldet um mir einfach mal alles von der Seele zu reden...

Naja ich fange mal an zu erzählen!
Alles hat 2010 angefangen... eines Tages beschwerte sich meine Mutter über ständige wieder auftretende Schmerzen im linken Arm. Kein Arzt konnte ihr helfen. Bis auf einer, der einen Verdacht auf Herzinfarktgefährdet diagnostizierte. Dieser Verdacht bestätigte sich jedoch nach weiteren Untersuchungen nicht!
Doch nach einer Woche saß ich in der Schule und wollte meine Mutter aufs Handy anrufen, vergeblich...
Irgendwann ging sie dann dran, völlig benommen. Ich fragte was los war, dann sagte sie mir sie sei im Krankenhaus, sie hätte einen Herzinfarkt uns müsse jetzt operiert werden. Da ich in der Nähe des Krankenhauses zur Schule gehe, bin ich sofort dahin. Als ich ankam bekam ich die Info das meine Mama im OP wäre. Als ich endlich zu ihr durfte wurde ich dann aufgeklärt was wirklich los war und was sie operiert bekommen hat. Die Krankheitsgeschichte zog sich mehrere Monate. Es kam zu mehreren Zwischenfällen wie zum Beispiel an 1. Weihnachten 2010. Da musste sie wieder ins Krankenhaus und konnte nicht mit uns feiern... während der Kateter Untersuchung blieb ihr Herz stehen, doch sie konnte reanimiert werden...

Im Frühling 2011 durfte sie endlich wieder arbeiten, was sie sehr glücklich gemacht hat. Ende Mai hatte sie dann eine Nachuntersuchung, Diagnose: Gefäße verengt aber nichts dramatisches....

Die Zeit verging bis Juli 2011, meine Mutter bekam plötzlich schlecht Luft, hatte Schmerzen an den Rippen, konnte sich kaum bewegen. Wir sind Dienstags zum Arzt gefahren, der meinte es sei etwas im Rücken eingeklemmt,Donnerstags war Feiertag und Freitags hatte kein Ortophäde auf. Also ist meine Mutter ins Krankenhaus zur Untersuchung gefahren. Dort kam raus, dass sie eine starke Lungenentzündung hat.

Zeit verging, Woche um Woche, aber meiner Mutter ging es nicht wirklich besser. Dann wollten die Ärzte meine Mutter nochmal untersuchen und haben Lungengewebe entnommen. Das Ergebnis: gutartig (Freude kam auf, nach den Anspannungen in den letzten Wochen), dann die nächste Nachricht, die Ärzte wollen noch eine Gewebsprobe von tieferem Gewebe.
Die Ergebnisse kamen immer Donnerstags...
Als ich meine Mutter wie immer gegen Mittag im Krankenhaus besuchte kam die Visite rein. Ich musste raus. Ich wunderte mich schon wieso, und warum das so lange dauert. Als ich rein durfte dämmerte es mir, meine Mutter lag weinend im Bett, der Oberarzt hatte Tränen in den Augen, die Schwester hat meiner Mama die Hand gehalten. Ich wollte wissen was war. Das einzige was meine Mutter unter Tränen sagen konnte war: "Lungenkrebs"

Die Diagnose wurf uns alle aus der Bahn! Unheilbarer Kleinzelliger Lungenkrebs, der schon in Hirn und Nieren gestreut hat.
Die Ärzte beganngen direkt in der nächsten Woche mit der Chemotherapie. Nach einer Woche begannen die Haare auszufallen.
Ihr Zustand verschlechterte sich, doch ein erfreuliches Ergebnis, dass millimeterweise der Tumor kleiner wurde gab uns Kraft.

Nach weiteren Monaten konnte meine Mum nicht mehr laufen...

Sie kam ins Krankenhaus. 8 Wochen musste sie dort bleiben, die geplanten Chemotermine wurden immer wieder um eine woche verschoben.
Meine Mutter sagte: Es will jemand verhindern, dass ich diese Chemo bekomme

Nach diesen 8 Wochen durfte Mama eine Woche heim. Die Woche war toll.
Dann musste sie zum Chemotermin weil der Tumor gewachsen war, so dass die Chemo notwendig war sonst wäre sie erstickt.

Nach der Chemo zuhause ging es ihr immer schlechter...
Sie erbrach nur noch, behielt nichts bei sich, die Tabletten waren unmöglich zu nehmen, sie trank kaum noch. Einen Tag vor Weihnachten ging ich mit einer Freundin Geschenke kaufen, Mama meinte sie "bräuchte" nichts mehr, es wäre sinnlos ihr was zu schenken. Ich wollte ihr aber was schenken. Also kaufte ich ihr eine Kette mit einem Engel drauf, wo hinten drauf stand "Gott schütze dich".

Den nächsten Tag waren mein Papa und ich früh wach, Heilig Abend war ja und es mussten noch Sachen erledigt werden. Wir saßen in der Küche und warteten, dass Mama wach wird.

Als sie wach wurde begann das morgendliche Spiel. Waschen, Toilettenstuhl etc.

Doch dann wurde sie im Toilettenstuhl bewusstlos. Ich bekam Panik, habe den Krankenwagen gerufen. Diagnose zu schwacher Kreislauf nichts schlimmes.

Es ging ihr auch besser, sie schlief und trank ein bisschen.
Doch als sie aufwachte rief sie mich und meinte: ich habe angst ich überlebe die nächste nacht nicht, bitte ruf schnell einen Krankenwagen. Das tat ich.
Sie nahmen Mama mit. Im Krankenwagen sagte ich ihr, dass ich sie liebe, sie konnte nicht antworten - zu schwach war sie...

Abends war ich bei meiner Oma, es war ja Heilig Abend, mit Gedanken bei Mama versuchte ich mich bisschen abzulenken. Papa fuhr Abends ins Krankenhaus.
Wir waren am Essen, als das Telefon klingelte.
Meine Oma gab ein schreckliches Geräusch von sich. Meine Tante fragte was los war, meine Oma antwortete: Sie ist gestorben!!

Die Nachricht erfüllte mein Herz mit Schmerz, ich rannte raus auf die Straße, schrie vor Schmerz.

Mein Patenonkel trug mich rein, und fragte ob ich nochmal zu ihr wollte.

Doch der einzige Gedanke in meinem Kopf war: ich kann ihr die beschützende Kette nicht mehr geben, ich bin zu spät.

Trotzdem fuhr ich mit meinem Patenonkel nochmal ins Krankenhaus um ihr die Kette umzulegen. In der Hoffnung, sie könnte sie auf dem Weg wo sie jetzt ist gebrauchen.

Angekommen im Krankenzimmer sah ich sie dann, die Hände gefaltet, Blümchen steckten drin, friedlich lag sie da. Mit der Hilfe einer Krankenschwester legte ich ihr dann die Kette um. Und nahm Abschied von ihr. Von meiner toten Mutter...


Ich weiß der Text ist lang, wollte mir mal alles von der Brust schreiben
neutral Lana
SupervisorIn
am 20.5.2012,
um 11.04 Uhr
Hallo mamimausi,

mein Name ist Lana und ich bin eine der Beraterinnen hier. Vielleicht hast du schon gesehen, dass es hier auch noch eine Einzelberatung und einen Chat gibt.

Danke, dass du uns so offen davon erzählt hast, wie du den Tod deiner Mutter erlebt hast. Dein Text hat mich sehr berührt und ich glaube, mir ein wenig vorstellen zu können, wie schmerzhaft alles für dich gewesen sein muss.

Du hast geschrieben, dass du dir einfach mal alles von der Seele reden möchtest. Ich möchte dir gerne anbieten, dass du das weiterhin tun kannst und ich dir gerne zuhöre, wenn du das möchtest. Hast du noch weitere Wünsche oder Erwartungen an hier?

Ich freue mich, wenn du dich wieder meldest.

Viele Grüße
Lana
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Lana
SupervisorIn
YoungWings
neutral Mamismausi
User
am 27.5.2012,
um 19.56 Uhr
Hallo Lana
Danke, dass du was zu meinem Beitrag geschrieben hast
Ja wollte mal wissen wie das bei anderen Jugendlichen so ist, die Halbwaise oder Vollwaise sind.
Bei mir ist dass so, dass ich immer so ein auf und ab der Gefühle hab. Wenn viel los ist, Freunde mit mir zeit verbringen und ich jemanden zum reden hab gehts mit "halbwegs" gut, aber sobald ich alleine bin und hab Zeit zum nachdenken kommt alles wieder hoch. Und ich träume nachts von meiner Mama, dass sie noch lebt, oder aufersteht, oder das sie stirbt... ist das normal??
Liebe Grüße
neutral tost97
User
am 27.5.2012,
um 22.06 Uhr
Hi mamismausi,
ich bin ein Halbwaise seit dem ich 8 bin und bei mir war es so ich hab mich vor allen verschlossen di mir helfen wollten und mache das dummer weise immer noch. Aber seit dem ich hier bin und bie der Nicolaides Stiftung mitmach geht es mit viel besser.
Lg Janik
neutral tost97
User
am 27.5.2012,
um 22.14 Uhr
Ich bin es nochmal und wollte noch was zu deinem Text schreiben. Als meine Mum mir gesagt das mein Dad gestorben ist, ist für mich auch eine Welt zusammen gebrochen Gott sei Dank war ich bei meiner Oma bei der ich mich so fort gestzt hab und mich hingekuschelt habe. Ich durfte meinen Vater nie mehr sehen seit dem ich 8 bin kenne ich ihn nur noch von Fotos aber solange man nie die schönen Momente vergisst lebt der Mensch in uns drinnen weiter.
neutral Lana
SupervisorIn
am 27.5.2012,
um 22.47 Uhr
Liebe Mamismausi,

schön, dass du dich wieder gemeldet hast.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann möchtest du dich vor allem mit anderen Jugendlichen austauschen. Ist meine Vermutung richtig, dass du auch auf die Frage inwieweit Dinge "normal" sind die Erfahrungen von anderen hören willst oder wünschst du dir, dass ich dir dazu antworte?

Ich lese bei diesem Thema gerne mit. Wenn du möchtest, dass ich mich einbringe, dann kannst du gerne Bescheid geben. Einverstanden?

Viele Grüße
Lana

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Lana
SupervisorIn
YoungWings
Der Beitrag wurde von Lana am 27.5.2012, um 22.48 Uhr bearbeitet.
neutral bohème
User
am 7.6.2012,
um 20.47 Uhr
Hallo mamismausi!
Ich hab mir auch was von der Seele geschrieben (Vater gestorben - Freunde wenden sich ab) und ich träume manchmal ähnliches. Ich denke dass das vollkommen normal ist, vor allem wenn es eine Person war, die einem so nahestand, wie eben Mutter oder Vater. Die Geschichte ist wirklich schrecklich, besonders das mit der Kette fand ich sehr ergreifend.... *schnief* Ich würde mich sehr freuen wenn wir uns vielleicht austauschen könnten oder so, wie wir mit der Trauer fertig werden.
Ganz liebe Grüße!
Stark ist wenn man kämpft obwohl man schon verloren hat!
neutral Lana
SupervisorIn
am 29.7.2012,
um 11.08 Uhr
Hallo mamismausi,

in deinem Thema wurde schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Ich hoffe, es ist okay für dich, wenn ich es deshalb schließe. Du kannst natürlich jederzeit wieder ein neues Thema eröffnen.

Viele Grüße
Lana
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Lana
SupervisorIn
YoungWings
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