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Beratungsstelle: YoungWings

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vorheriges Themanächstes Thema Thema: Ein Leben ohne Mama.., eröffnet am 25.10.2011, um 21.03 Uhr
traurig WeißeRose
User
am 25.10.2011,
um 21.03 Uhr
Hallo, ich bin Justine und bin 17 Jahre alt.
Ich habe mich hier etwas durchgeklickt und Geschichten gefunden, die mir sehr nahe gingen. Deshalb möchte ich euch auch meine Geschichte erzählen.

Meine Mama hatte 2005 Kehlkopf Krebs... sie konnte nur noch Flüstern und es ging ihr total schlecht. Zum Glück hat sie den Krebs besiegt. 2006 ging sie auf eine Kur, dort konnte sie dann endlich wieder richtig sprechen. Daran haben wir gar nicht mehr geglaubt. Ich dachte alles wäre in Ordnung. Ich habe 2 kleine Brüder. Der eine ist 11 (geb. Feb. 2000) und der andere ist fast 3 (geb. Nov. 2008). Als meine Mama mit dem kleinen Schwanger war, ist mein Cousin bei einem Autounfall gestorben. Ich habe das ganze eigentlich ganz gut verarbeitet. Nach der Geburt des kleinen, bekam meine Mama Lungenkrebs. Wir wussten nur, dass etwas nicht stimmt, weil ihre stimme wieder so war wie beim ersten mal als sie Krebs hatte. Es war eine ganz schwere Zeit für uns. Ich wurde immer schlechter in der Schule. Im Sommer 2009 hat meine Mama auch diesen Krebs wieder besiegt. Wir dachten alles wäre jetzt so wie wir es immer wollten. Doch nur 3 Monate später kam der Krebs wieder. Mein Papa ist mit ihr ins Schwabinger Krankenhaus gefahren. Aber alles was der Arzt gesagt hat, war "Tun sie noch alles, was sie machen wollen. Es wird nicht mehr lange dauern!" Zum Glück haben wir eine Super Ärztin gefunden. Sie hat zwar auch gesagt sie kann die Krankheit nicht mehr heilen, aber ihr leben verlängern. Ihr letzter Wunsch war es, einmal in ihrem Leben mit dem Flugzeug zu fliegen. Also buchte mein Papa einen Flug in die Türkei. Ich bin nicht mitgeflogen, weil ich ein tag bevor sie geflogen sind, aus Mallorca zurück kam. Am 5.August ging mein Flieger. Am 4. August habe ich meine Mama das letze mal gesehen.
Als sie also in der Türkei waren, mussten sie nach einer Woche abbrechen, weil es meiner Mama so schlecht ging.
Mein Papa hat versucht irgendwie einen Flug nach München zu bekommen, hat aber keinen Gefunden. Es ging nur ein Flieger nach Frankfurt. Er nahm den Flug. Meine Mama hatte auf dem Flug keine kraft mehr, hat aber trotzdem, nach der Landung, ganz kräftig geklatscht und gelacht. Von Frankfurt aus, hat mein Papa ein Taxi bis nach München genommen. Das war ganz schön teuer. Als sie zuhause waren, hab ich nicht daheim geschlafen. Mein Papa hat meine Brüder ins Bett gebracht und auch meine Mama. Sie hat immer im Zimmer von meinem Bruder geschlafen,weil die Matratze besser für sie war. Mein Papa hat das Handy neben meine Mama gelegt und gesagt "Wenn irgendwas ist, rufst du mich an!" (Sie konnte ja nur flüstern und so hätte mein Papa sie nicht gehört).
Als er am nächsten morgen aufwachte haben alle noch geschlafen. Er wollte für meine Mama ein tolles Frühstück herrichten. Davor ging er noch ins Bad.. und da lag sie. Kalt und ohne Atem... er hat sie versucht wieder zu beleben. Mein Bruder hat mich in der zwischenzeit angerufen und am telefon nur geweint. Ich wusste sofort, dass irgendwas nicht stimmt mit Mama! Ich bin sofort gekommen.
Als ich ankam, war auch schon der Notarzt da, und sie war wieder da. Sie hat wieder gelebt.
Später kam meine Tante und hat meine Brüder angeholt und zu sich genommen. Mein Papa und ich sind dann ins Krankenhaus Bogenhausen gefahren. Dort mussten wir 2 Stunden waren, bis wir zu ihr konnten. Als es endlich so weit war, wurde uns gesagt, dass ihr Gehirn schon so lange ohne Sauerstoff war, dass es völlig beschädigt wurde. Ich bin also mit meinem Papa rein und es tat gut, sie nochmal zu sehen, ihr nochmal über den Kopf streicheln zu können, und ihr noch einen Kuss geben zu können. Sie war immer noch nicht richtig warm.
Am nächsten Morgen rief das Krankenhaus an, und ich wusste es ist vorbei. Und so war es, sie ist am 29.08.2011 um 9:14uhr an Organversagen gestorben.
Keiner wusste das es so schnell ging.

Tut mir leid, dass ich jetzt so viel geschrieben habe, aber es tut gut..
Enjoy your life.
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neutral Leuchtturm
User
am 25.10.2011,
um 21.27 Uhr
Hallo Justine,

ich wünsche dir vom ganzen herzen mein beleid!
deine geschichte hat mich so sehr berührt mir sind beinahe die tränen gekommen...ihr hattet über jahre eine harte und schwere zeit..deine mama wird bestimmt auch psychich darunter gelitten haben wie ihr alle auch! mein papa hatte auch eine krankheit und wir haben auch viel erlebt...ich kann verstehen wie du dich jetzt fühlst..aber ich glaub das kann jeder hier!
& keine angst es ist total in ordnung viel zu schreiben ich mein so wissen wir ja auch bescheid was du durchgemacht hast und man kann sich besser gegenseitig unterstützen & auserdem hilft es mir auch total viel zu schreiben und einfach alles rauszulassen!

wenn du mal nicht ins internet kannst hilft es dir vllt auch einfach nur in ein buch oder auf ein blatt zu schreiben was du denkst und wie du dich fühlst! mir hilft das dir vllt auch!

habt ihr euch wärend des endstadiums und vllt auch schon vorher mit dem thema tot befasst?

alles gute & lieben gruß doro.

muss jetzt leider ins bettchen morgen wieder um halb 5 aufstehen.
Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern
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neutral WeißeRose
User
am 25.10.2011,
um 21.37 Uhr
Hi Doro,
Das wünsche ich dir auch von ganzem Herzen. Was hatte denn dein Papa?

Bevor meine Mama 2005 Krank wurde, hatte mein Bruder im Jahr 2002/2003 einen Tumor im Kopf. Er wurde Operiert und ist jetzt zum Glück Gesund und Munter. Ich war damals in der 2 klasse und in Psychologischer Betreuung,wie jetzt auch wieder.

Das mit dem Buch ist eine super Idee. Das werd ich machen, danke.

Ich hatte schon im Sommer 2010 immer nur daran gedacht, was ist, wenn sie jetzt stirbt. Ich hatte sehr oft schlaflose Nächte, weil ich nur noch geweint habe. Ich habe mich also alleine mit dem Thema Tot befasst.

Gute Nacht (:

Lg Justine
Enjoy your life.
Der Beitrag wurde von WeißeRose am 25.10.2011, um 21.37 Uhr bearbeitet.
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neutral Julia Felicitas
FachberaterIn
am 26.10.2011,
um 23.11 Uhr
Liebe Justine,

vielen Dank, dass du im Forum ein neues Thema eröffnet hast und offen über dich und deine Erlebnisse der letzten Jahre schreibst.

Mein Name ist Julia und ich bin eine der Beraterinnen von YoungWings.
Wie du vielleicht schon gelesen hast, kannst du neben dem Forum auch noch die Einzelberatung und den Chat nutzen. Wenn du zu diesen Angeboten Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden.

Ich kann mir gut vorstellen, wie traurig du über den Tod deine Mutter bist und kann Leuchtturm nur beipflichten, dass die letzten Jahre für dich und deine Familie äußerst schmerzhaft gewesen sein mussten.
Umso mehr freut es mich, dass du den Mut gefunden hast, hier im Forum über deinen Kummer zu berichten und bereits ersten Kontakt zu anderen Usern aufgenommen hast, mit denen du dich austauschen kannst.

Nun möchte ich dich aber auch noch fragen, welche Wünsche du an mich als Berater hast?
Wie glaubst du, kann ich dich in deiner Trauer und in deiner momentanen Situation unterstützen? Oder ist es vor allem dein Anliegen, dich hier im Forum mit Gleichaltrigen auszutauschen?

Ich würde mich freuen, wenn du wieder im Forum schreibst.

Liebe Grüße,
Julia

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Julia Felicitas
FachberaterIn
YoungWings
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neutral WeißeRose
User
am 27.10.2011,
um 13.23 Uhr
Hallo Julia,

Ich habe mich hier angemeldet, um Jugendliche kennen zu lernen, die das gleiche durchmachen wie ich. Ich kenne überhaupt keinen, der ein Elternteil verloren hat.. Das heißt, es kann sich keiner von meinen freunden, in meine Lage versetzen.
Ich überlege auch, in eine Trauergruppe zu gehen..

Kannst du mir noch einen Tipp geben, wie ich mit meiner Trauer umgehen kann?

Lg Justine
Enjoy your life.
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neutral Julia Felicitas
FachberaterIn
am 27.10.2011,
um 15.56 Uhr
Hallo Justine,

leider kann ich dir keine konkreten Tipps geben, wie du mit deiner Trauer umgehen sollst, bzw. wie „alles wieder gut wird“. Dafür gibt es leider kein Patentrezept.
Allerdings kann ich dir anbieten, dass wir gemeinsam überlegen, was dir momentan helfen kann, damit du dich besser fühlst, auch wenn dir niemand deine Mama ersetzen kann! Was hälst du davon?

Ich finde es toll, dass du dir bereits selber Gedanken machst, was dir in deiner Trauer helfen könnte und du dir überlegst, dich einer Trauergruppe anzuschließen. Hast du hier schon konkrete Gruppen im Auge?
Es besteht auch die Möglichkeit im Rahmen der Nicolaidis Stiftung weitere Angebote wie die Einzelberatung, den Chat oder auch Freizeitaktivitäten mit anderen Trauernden in Anspruch zu nehmen. Wenn du dazu fragen hast, stehe ich dir gerne zur Verfügung.

Du schreibst, dass du mit deinen Freunden wenig bis gar nicht über deine Trauer sprechen kannst. Meinst du, sie können deine Trauer nicht verstehen?
Kannst du denn bei gemeinsamen Unternehmungen mit deinen Freunden ein bisschen abschalten?

Ich freue mich, wieder von dir zu hören!

Liebe Grüße,
Julia

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Julia Felicitas
FachberaterIn
YoungWings
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neutral WeißeRose
User
am 27.10.2011,
um 16.52 Uhr
Hallo Julia,

das halte ich für eine sehr gute idee.

Ich habe mir überlegt, bei der Flughafentour, am 19.11.11 mal mitzugehen, um mir davon ein bild zu machen. Das geht auch von der Nicolaidis Stiftung aus.
Ich habe noch keine konkreten Gruppen gefunden. Ich hätte eine Reitgruppe gefunden, die wäre aber nur bis 12 Jahren gewesen.. dafür bin ich leider schon zu alt. Ich liebe Reiten wie meine Mama! Denkst du es gibt Reitgruppen in meinem alter?

Ich denke schon, dass sie es in gewisser hinsicht verstehen, wissen aber nicht, wie es ist wenn ein elternteil tot ist.
Wenn ich mit meinen Freunden was unternehme, bin ich oft gut gelaunt und schalte ab.. hält aber nicht immer lange an. Dann ist meine Stimmung wieder im keller.

Lg Justine
Enjoy your life.
Der Beitrag wurde von WeißeRose am 27.10.2011, um 16.53 Uhr bearbeitet.
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neutral Leuchtturm
User
am 27.10.2011,
um 19.00 Uhr
huhu justine,

dankeschön!

das dein bruder davor auch einen tumor hatte muss schräcklich gewesen sein, aber es ist schön das es ihm gut geht!


das ist schön das meine idee dir helfen konnte!
in das buch kannst du nicht nur deine gedanken und trauer schreiben sondern auch schöne errinerungen? (:

hilft dir die therapie?

dewnkst du das es dir etwas leichter gemacht hast dadurch das du dich vorher schon mit dem tot beschäftigt hast?
konntest du denn nicht mit deiner familie darüber sprechen sondern hast immer nur allein geweint?

achso und mein papa hatte dermatomyosites..eine autoimmunkrankheit..der körper zerstörrt seine haut und muskeln selbst...somit können auch organe versagen was dann auch eingetroffen ist..den grund warum die krankheit ausbricht kennt man nicht ist zu unervorscht .kein medikament hat geholfen..es war eine schwere zeit...kannst dir ja mal meine geschichte durchlesen in meinem thema..mag hier jetzt nicht zuviel von mir schreibn ist ja dein thema!

ganz liebe grüße
Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern
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neutral WeißeRose
User
am 28.10.2011,
um 21.05 Uhr
Hallo Doro,

ja, dass mit meinem Bruder war auch sehr schlimm für uns. Ich bin so froh, dass er wieder gesund ist, auch wenn ich ihn die meiste zeit doof finde. Naja, ist halt mein Bruder

Das mit den schönen Erinnerungen, finde ich auch echt super. Es muss ja nicht unbedingt ein "Trauer-Buch" sein.

Ja, ich finde schon, dass mir die Therapie hilft. Ich bin soo froh, wenn ich wieder hin gehen kann und total traurig, wenn ich wieder eine Woche warten muss.

Ich denke schon, dass es etwas leichter war für mich. Ich habe ja schon ein Jahr zuvor daran gedacht. Ich saß im Auto und dachte darüber nach, wie es ist wenn Mama nicht mehr da ist. Ich habe überlegt, wie wir das mit dem Kindergarten und der Schule machen. Ich hab überlegt, wer auf die Jung aufpasst, wenn Papa und ich in der Arbeit sind. Ich hab an nichts anderes mehr gedacht.
Ich habe immer alleine darüber nachgedacht. Ich wollte nicht mal mit jemanden darüber reden. Ich fand es besser so. Ich habe mich in mein Zimmer zurück gezogen und wieder nachgedacht.. alleine.

Das mit deinem Papa tut mir total leid. Ich habe noch nie etwas von dieser Krankheit gehört. Es war bestimmt auch ganz schrecklich für euch. Mein Beileid.

Liebe Grüße
Justine
Enjoy your life.
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neutral Smiley1127
User
am 29.10.2011,
um 17.11 Uhr
Hallo Justine,

es tut mir schrecklich leid, ich hab Gänsehaut und Tränen in die Augen bekommen.

Schön, dass dir das Schreiben gut tut.

Mit Krebs ist das so eine Sache. Mein Papa ist an Darmkrebs gestorben, es ging ihm besser und alle haben gedacht es würde wieder gut werden aber dann ging es nochmal richtig bergab und ihm wurde 2 Wochen bevor er gestorben ist, eben gesagt, dass er nicht mehr lange zu leben hat.

Ihr habt ja wirklich wahnsinnig viel durchgemacht. Erst Kehlkopf Krebs, dann noch Lungenkrebs. Wie geht es deinen Brüdern denn. Naja der 3 jährige ich mein hat er das schon mitbekommen?

Hast du irgendeine bestimmte Art zu trauern?
Redest du darüber mit jemanden?
Wie geht es denn deinem Vater?

Du musst nicht antworten, wenn du nicht willst.

Liebe Grüße Smiley1127
Du kannst nicht lächelnd in die Zukunft blicken, wenn die Augen noch voller Tränen der Vergangenheit sind.
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vorheriges Themanächstes Thema Thema: Ein Leben ohne Mama.., eröffnet am 25.10.2011, um 21.03 Uhr
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