Ein geliebter Mensch ist gestorben - Archiv  Foruminformationen

Beratungsstelle: YoungWings

 Das Thema wurde von Paul am 3.11.2010, um 14.05 Uhr archiviert.
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Badeente (am 2.9.2010)
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vorheriges Themanächstes Thema Thema: Wie gings euch...?, eröffnet am 2.9.2010, um 10.23 Uhr
neutral Blume
User
am 2.9.2010,
um 10.23 Uhr
Hallo. Ich bin noch ziemlich neu hier... Hab gestern Abend erfahren, dass mein Vater tot ist. Nur kurz zur Vorgeschichte: Hab meinen Vater seit über 10 Jahren nicht mehr gesehen und seit 2 Jahren such ich nach ihm. Heimlich. Das heißt meine Mutter weiß nicht, dass ich ihn gesucht habe und das soll auch so bleiben. Hab die Infos alle aus Facebook.
Vermutet habe ich ja schon länger dass er tot ist, aber jetzt wo ich die Gewissheit habe ist das gleich ein ganz anderes Gefühl...
Daher meine Frage: Wie gings euch so die ersten Tage nach dem Tod? Und was habt ihr so gemacht? Habt ihr euch abgelenkt? Bei mir kommt noch die Problematik dazu, dass ich allein bin mit meiner Trauer. Ich habe es keinem erzählt und wüsste auch nicht wem. Darum dürfen die Menschen um mich rum nicht merken, wie schlecht es mir wirklich geht...
Wäre schön, wenn ihr mir helfen könntet..
LG Blume
neutral kampfsprosse
User
am 2.9.2010,
um 22.46 Uhr
Hallo Blume,

erstmal möchte ich sagen, das es mir sehr leid tut für dich!

Ich hab meinen Vater vor seinem Tod auch sehr lange nicht mehr gesehen, ich hab auch nicht gewusst das er zwei Wochen lang in einer Klinik gelegen is vor seinem Tod, nein, ich hab alles erst erfahren, als man uns angerufen hat um uns mitzuteilen, das bei meinem Vater die ihn am Leben haltenden maschienen abgestellt wurden.

*Wie gings euch so die ersten Tage nach dem Tod?*
Mir gings sehr schlecht als ich das erfahren habe, und da ich alles nicht wirklich verarbeitet habe is es auch jetzt noch sehr schlimm für mich, das ganze ist jetzt drei Jahre her!

*Und was habt ihr so gemacht? Habt ihr euch abgelenkt?*
Ich hab sehr viel geweint, bin im Bett gelegen, mich abgekapselt, wollte nicht wirklich was machen, wollte nicht drauf angesprochen werden, hab dann auch nachdem mich alle Lehrer drauf angesprochen haben bissl zurückgezogen, wollte nicht in die Schule, was meine Mutter dann eine Woche lang auch okay fand,... Ablenken konnte ich mich leider nicht wirklich!

Was man mir immer rät, was ich aber nicht wirklich annehmen kann und werde ist, eine Trauertherapie zu machen! Ich weis es wäre sehr sehr sinnvoll, aber ich kann das nicht, ich müsste alles nochmal aufarbeiten um alles zu verarbeiten und das kann ich nicht!

Bei mir war die Trauer dann auch sehr schlimm, hab irgendwann mal meinen Suizid geplant gehabt, wollte sterben, hatte aber zum Glück jemanden, die mich aufgefangen hat, mir geholfen hat. Ich hab auch immer das tapfere Mädchen gezeigt, auch wenn es mir innerlich sehr sehr sehr schlecht ging/geht. Ich wollte/will nicht, das jemand mitbekommt wie scheiße es mir wirklich geht.

Ich hoffe ich konnte deine Fragen ein wenig beantworten.
neutral Blume
User
am 3.9.2010,
um 9.47 Uhr
Hallo Kampfsprosse,
bei mir ist ja leider das Problem, dass ich keinen hab, der mich auffängt, weil keiner davon weiß. Es klingt zwar albern, aber ich komm mir so vor als ob ich in ein ganz tiefes Loch gefallen bin und keiner mir raushelfen kann. Ich hab keinen mit dem ich darüber reden kann / will und darum kann mir da auch keiner helfen... Derzeit steh ich erstmal ganz allein da. Und ich weiß nicht, was passiert wenn ich das alles richtig begriffen habe... Ich hab ein bisschen Angst davor, wie es mir dann geht und was ich dann machen werde... Komm mir so ein bisschen unzurechnungsfähig vor im Moment.
Ich hoffe einfach, dass ich irgendwann alles vergessen habe.. Und bis dahin muss ich wohl stark sein und so tun als ob alles in Ordnung wäre... Auch wenn das verdammt schwer ist und ich es kaum schaffe... Gestern bin ich im Stall (Ich hab ein Pferd) fast zusammengebrochen, ich hab nur noch geheult und meine Trainerin stand nur noch da und wusste gar nicht mehr was mit mir los ist... Sie kennt mich auch nur fröhlich, ehrgeizig im Sport und jetzt auf einmal bin ich weder ehrgeizig noch fröhlich... Für die nächsten 2 Monate habe ich auch alle Turniere abgesagt, was sie natürlich auch nicht versteht- immerhin riskier ich damit meine Mitgliedschaft im Kader. Mir kommt es aber falsch vor, jetzt Spaß zu haben bzw an meinen Erfolg zu denken... Immmerhin hab ich erfahren dass mein Papa tot ist... Ich hätte mir so gewünscht ihn endlich kennen zu lernen... Ihm die ganzen Fragen zu stellen die mich die ganze Zeit so beschäftigen... Zu wissen was ihn ihm vorging damals und warum er weg von uns ist. Es gibt so viel das ich ihn fragen wollte... Und jetzt geht das alles nicht mehr... Ich bin fix & fertig und hab noch keine Ahnung wie jetzt alles weitergehen soll...
neutral Paul
SupervisorIn
am 3.9.2010,
um 14.41 Uhr
Hallo Blume,

wir kennen uns ja schon. Es tut mir sehr leid, dass es dir zur Zeit so schlecht geht und ich hoffe es tut dir gut hier mit anderen Jugendlichen zu schreiben.

Du hast geschrieben, dass du niemanden hast, mit dem du reden kannst. Natürlich ist es sehr schwer mit so persönlichen Themen an jemanden zu wenden. Hast du denn keine beste Freundin, der du das im Vertrauen erzählen könntest?
Auch wenn Kampfsprosse sich nicht vorstellen kann, zu einem Therapeuten zu gehen, könntest du dir vorstellen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen?
Wie müsste diese Hilfe für dich aussehen?

Ich hoffe ihr tauscht euch weiterhin gut aus- du kannst dich gerne an mich wenden, wenn du Fragen hast.

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Paul
FachberaterIn
YoungWings
neutral Blume
User
am 4.9.2010,
um 10.48 Uhr
Hallo Paul,
eine beste Freundin habe ich schon, aber an die kann ich mich bei sowas auch irgendwie nicht wenden... Das Thema ist mir einfach irgendwie zu privat. Und das mit der professionellen Hilfe- nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Wäre mir alles zu fremd. Wenn ich mir vorstell bei so einem Therapeuten zu sitzen, dem ich dann alles erzählen müsste- nein, das könnte ich nicht glaube ich! Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, wie so eine Therapie aussehen würde...
Liebe Grüße,
Blume
neutral Paul
SupervisorIn
am 5.9.2010,
um 18.34 Uhr
Hallo Blume,
danke für deine Antwort. Es ist natürlich schade, dass du mit deiner Freundin nicht über solche Themen sprechen magst. Aber es ist natürlich auch nicht einfach und man muss demjenigen wirklich voll vertrauen können.
Was macht denn für dich professionelle Hilfe aus? Du schreibst, dass du dir nicht vorstellen kannst, wie eine Therapie "aussieht". Interessiert es dich denn?
Glaubt du denn, dass es überhaupt wichtig ist, mit jemanden über seine Probleme und Sorgen zu sprechen? Würdest du das denn gerne?
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Paul
FachberaterIn
YoungWings
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